ÖFFNUNGEN

Uta Kilian Moes geht in ihrem 80 Seiten umfassenden Buch sparsam mit Worten um. Die Gedanken aus ihrem Vorwort lassen den Leser teilhaben an dem spannenden Prozess des Miteinander-Bekannt-Werdens. Wahrnehmen ohne Vorurteile, dem anderen Raum und Zeit geben. Nur so wächst hinreichend Vertrauen, können „Öffnungen“ entstehen. Zum Vorschein kommt zutiefst Menschliches: „Sensibilität, Verletzlichkeit, Trauer, Lust, Sehnsucht und Endlichkeit“, zählt die Künstlerin auf. Der Leser wird zum Betrachter und Entdecker. Auch zum Beteiligten. 76 Porträts versetzen ihn ins Staunen.

Sie lösen Fragen und Emotionen aus: Warum lehnt diese Frau, in schmucker Tracht gekleidet, allein und starr an ihrem weiß bezogenem Ehebett? Was macht den dunkelhäutigen Mann so glücklich, dass er mit weit aufgerissenem Mund und Zahnlücke herzlich lacht? Lacht er gar über alle, die ihn verwundert anschauen und genau das hinterfragen? Warum sitzt ein Junge hinter bunten Luftballons und blickt traurig in die Kamera? Büroszene: Hinter einem gut bestückten Schreibtisch sitzt ein gewichtiger Mann. Er füllt den Platz reichlich aus. Wofür trägt er Verantwortung, welche „Macht“ hat er? Schwingungen: Ein Dirigent voll in Aktion. Er selbst scheint pure Musik zu sein. Wir begegnen unzähligen Gefühlsnuancen, Stimmungen und ebenso vielen Lebensarten und –träumen.

Was „Öffnungen“ offenbaren- Gabi Zahn Mitteldeutsche Zeitung 10/7/2014 Buch-Premiere

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